Google Glass: So warnt dich das neue Google-Produkt vor Lügnern

Google Glass

„Stell dir vor, es gäbe einen Computer, der immer genau weiß, wie es dir im Moment gerade so geht. Er weiß, ob du müde bist oder wach, ob du gestresst bist oder entspannt, krank oder gesund.“ Diese Aussage stammt aus einem meiner früheren Artikel. Damals hätte ich nicht gedacht, dass dies so rasch Wirklichkeit wird. Wie Google bekannt gab, wird das neue Produkt „Google Glass“ in der Lage sein, Lügen zu erkennen und die Körpersprache unserer Mitmenschen zu analysieren.

Hinweis: Dieser Artikel erschien am 1. April 2013. Wie einige von euch bereits bemerkten, handelt es sich hierbei um einen Aprilscherz. ;-)

Vor einiger Zeit kündigte das Internetunternehmen Google ein neues Produkt an: Google Glass.

Dabei handelt es sich um ein abnehmbares Gerät, welches auf einem Brillenrahmen befestigt ist und Informationen in das Sichtfeld einblendet. Die Augen werden dabei nicht vollständig abgedeckt.

Die Informationen holt sich Google Glass dabei mehrheitlich aus dem Internet und aus den verschiedenen Google-Diensten. Im Moment kann man das neue Google-Produkt noch nicht kaufen. Bisher war bekannt, dass Google Glass folgende Funktionen haben wird:

  • Video und Foto aufnehmen
  • Google-Suche
  • Übersetzung
  • Navigation
  • Nachrichten abrufen und verschicken
  • Telefonieren und Chatten
  • Wetterdaten anzeigen
  • Daten eines Fluges anzeigen
  • Google+ Hangout
  • Adress- und Terminverwaltung
  • Notizbuch
  • MP3-Player

Pressekonferenz

Nun gab Google-CEO Larry Page an einer Pressekonferenz bekannt, dass Google Glass außerdem über diese Funktionen verfügen wird:

  • Kontextabhängige Infos zum laufenden Gespräch
  • Freunde in der Nähe suchen und anzeigen
  • Körpersprache-Erkennung
  • Lügenerkennung
  • Infos zu Sehenswürdigkeiten, Gebäuden und Umgebung

Die Punkte 2 und 5 sind leicht zu verstehen und machen meiner Meinung nach auch Sinn. Ich finde es toll, wenn die Brille mir anzeigt, dass Freunde in der Nähe sind und Google Glass mir interessante Infos zu meiner Umgebung einblendet.

Die Punkte 1, 3 und 4 hingegen gehen schon ziemlich weit. Da bin ich sehr gespannt, wie die breite Bevölkerung auf diese Möglichkeiten reagieren wird.

Punkt 1 zum Beispiel: Will ich wirklich, dass Google alle meine Gespräche, die ich mit Mitmenschen führe, laufend analysiert? Beim Email-Dienst von Google („Gmail“) bin ich es mir inzwischen gewohnt, dass meine Mails analysiert werden. Aber will ich das auch in realen Gesprächen? Nehmen wir mal an, ich unterhalte mich mit meiner Freundin und erwähne nebenbei, dass ich mich heute irgendwie unwohl fühle und eine Erkältung vermute. Will ich jetzt wirklich, dass mir Google über meine Brille direkt anzeigt, welche Arzneimittel am besten helfen könnten und wo ich diese zu welchem Preis erhalte?

Einen größeren Nutzen für mich als Benutzer von Google Glass haben dafür die Punkte 3 und 4:

In der Pressekonferenz erwähnte Larry Page, dass Google Glass in der Lage sein wird, die Körpersprache und die Stimme der Personen, mit welchen wir kommunizieren, zu analysieren.

Es ist zum Beispiel erwiesen, dass wir mit einer höheren Stimme sprechen, sobald wir lügen. Google Glass erkennt dies bei unseren Mitmenschen und wird uns sofort eine Meldung einblenden, wenn wir belogen werden.

Das hört sich im ersten Moment natürlich extrem toll an! Doch will ich wirklich immer erfahren, dass ich belogen werde? Mmh… Ich weiß nicht so recht…

Und außerdem soll das neue Google-Produkt in der Lage sein, die Körpersprache und Mikromimik unserer Mitmenschen zu analysieren und uns dann wichtige Infos zum Gegenüber einzublenden. Hier ein paar Beispiele:

  • „Ihr Gegenüber zeigt sich uninteressiert.“
  • „Ihr Gegenüber steht unter Stress.“
  • „Ihr Gegenüber ist sich seiner Sache nicht sicher.“
  • „Ihr Gegenüber zeigt Anzeichen von Verachtung.“
  • „Ihr Gegenüber hat Angst.“
  • „Das Lächeln Ihres Gegenübers ist nur vorgetäuscht.“
  • „Ihr Gegenüber zeigt ehrliche Freude.“
  • „Ihr Gegenüber ist traurig.“
  • „Vorsicht! Ihr Gegenüber scheint wütend zu sein.“
  • „Ihr Gegenüber scheint sich vor etwas zu ekeln.“
  • „Der linke Fuß Ihres Gesprächspartners zeigt in Richtung Ausgang. Er möchte wohl gerne gehen.“

Wie wir im Video oben gesehen haben, ist Google Glass ein sehr leistungsfähiges Gerät. Und auch heute morgen zeigte Larry Page nochmals, dass die Video- und Bilderkennung von Google inzwischen phänomenal ist. Google kann Sehenswürdigkeiten sehr treffsicher erkennen und ist nun scheinbar bereits schon in der Lage, auch die Körpersprache unseres Gegenübers sehr exakt zu erfassen und zu deuten.

Im Artikel „Affectiva – Smartphones werden in Zukunft unsere Gedanken lesen können“ schrieb ich vor einigen Wochen:

Stell dir vor, es gäbe einen Computer, der immer genau weiß, wie es dir im Moment gerade so geht. Er weiß, ob du müde bist oder wach, ob du gestresst bist oder entspannt, krank oder gesund.

Damals stellte ich euch „Affectiva“ vor, einen amerikanischen Hersteller von Software zur Messung von Emotionen. Ich schrieb in meinem Artikel:

Mithilfe solcher Programme soll es in Zukunft möglich sein, genau zu erkennen, was eine Person möchte und wie sich die Person im Moment fühlt. Diese Programme sollen unsere Emotionen bemerken und deuten. (…) Um dieses Ziel zu erreichen, hat Affectiva 100’000 Gesichtsausdrücke von Menschen aus allen Kulturkreisen gesammelt und ausgewertet.

Dass diese Zukunftsvisionen so rasch Realität werden, hätte ich damals nicht gedacht.

In der Pressekonferenz gab Larry Page nicht bekannt, ob Google für die Körpersprache-Analyse von Google Glass auf die Dienste von Affectiva zurückgreift. Ich könnte es mir aber gut vorstellen.

Was als nächstes kommen könnte

Noch kann man die Google Glass nicht kaufen. Aber nachdem heute diese spannenden Funktionen bekannt wurden, werde ich mir so ein Gerät vielleicht tatsächlich besorgen, sobald es im Handel ist. Alleine aus Neugier.

Auch wenn man das Gerät noch nicht kaufen kann, bin ich überzeugt davon, dass Google bereits an weiteren Ideen arbeitet.

Vorstellbar wäre es zum Beispiel, dass Google die oben erwähnten Körpersprache-Analyse-Funktionen zusätzlich auch als Browser-Plugin für Google Chrome veröffentlicht. So wäre es – und das ist jetzt reine Spekulation – vielleicht bald möglich, in Youtube-Videos, Google+ Hangouts und Podcasts zu erkennen, ob jemand lügt.

Google sagt immer, seine Absicht wäre es, die Welt zu verbessern. Ob eine Welt, in der jede Lüge erkannt wird, tatsächlich lebenswerter ist, das muss sich erst noch zeigen. Genau so, wie es sich erst noch zeigen muss, ob Google Glass tatsächlich eine Bereicherung ist oder ob es schlussendlich so endet wie im folgenden Video.

Welchen Nutzen siehst du in Google Glass? Wirst du dieses Google-Produkt kaufen oder nicht? Teile deine Meinung zu Google Glass mit den anderen Leserinnen und Lesern unten in der Kommentarspalte!

Hinweis: Dieser Artikel erschien am 1. April 2013. Wie einige von euch bereits bemerkten, handelt es sich hierbei um einen Aprilscherz. ;-)

Kommentare

  1. Also ich würde einen riesen Bogen um solche Geräte machen.
    Man verliert dabei seine eigenen Intuition und seine eigene Wahrnehmung. Ganz auf seine Gefühle und auf die Zeichen des Körpers zu vertrauen ist sehr wichtig, denn das führt uns weiter im Leben.

    Ob wir jede Lüge verkraften am Tag? Die Psychiater wird’s freue. Ob alles Analysiert werden muss? Nein denn es würde uns die Unbeschwertheit in sehr vielen Dingen nehmen.

    LG Sabine

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