Körpersprache: So erkennst du Terroristen im Voraus

Raub

Ihr habt alle vom Anschlag in Boston gehört. Ich denke, ich muss die grausamen Details nicht wiederholen. Es ist schlimm, was dort drüben geschehen ist und wir alle sind sehr betroffen. Im heutigen Artikel will ich euch anhand eines Videos und Bilder, welche das FBI nach den Explosionen veröffentlichte, aufzeigen, wie ihr Kriminelle im Voraus erkennen könnt. Selbstverständlich hoffen wir alle nicht, dass wir in einen Terroranschlag geraten. Aber auch in weniger dramatischen Situationen kann uns das Lesen dieses Artikels möglicherweise früh genug vor Kriminellen warnen; sei dies nun bei Banküberfällen oder Raubüberfällen auf Läden.

Bild: (BY-NC-SA) Colin White

Kriminelle im Gänsemarsch

Schaut euch mal dieses Video an, welches kurz vor den beiden Explosionen in Boston aufgezeichnet wurde:

Das Video zeigt die beiden mutmaßlichen Terroristen kurz vor ihrer Tat. Mir fällt da auf, dass die beiden – obwohl sie ja eigentlich zueinander gehören – in hohem Tempo im Gänsemarsch hintereinander her gehen und nicht miteinander kommunizieren.

Ich kann euch versichern: Wenn zwei oder mehr Menschen in einem verhältnismäßig hohem Tempo sehr rasch hintereinander her laufen, nicht miteinander sprechen (obwohl sie offenbar zueinander gehören), dann ist die Wahrscheinlichkeit gemäß Kriminologen sehr hoch, dass da etwas faul ist. Dieses Verhalten sehen wir sehr oft bei Banküberfällen und auch bei Aufzeichnungen von Überwachungskameras in Läden, kurz vor einem Überfall.

Gruppen in Gänsemarsch sind verdächtig, wenn es keinen Grund dafür gibt, in Gänsemarsch zu laufen. Dies ist kein typisches Verhalten für Menschen, weder in Flughäfen noch in Einkaufszentren oder anderen öffentlichen Orten.

Solltet ihr euch also in einer Bank oder in einem Tante Emma-Laden befinden und ein solches Verhalten beobachten, müsst ihr vorsichtig sein.

Gänsemarsch

Boston: Die beiden Verdächtigen im Gänsemarsch

Wenn ich zusammen mit Freunden in der Öffentlichkeit unterwegs bin, dann unterhalten wir uns normalerweise. Dies geht nur, wenn wir seitwärts nebeneinander gehen (Schulter an Schulter) oder leicht nach hinten versetzt, aber immer noch so, dass wir miteinander sprechen können. Direkt hintereinander gehen wir eigentlich nur an engen Wegstellen (zum Beispiel auf einem schmalen Wanderweg). Aber normalerweise kommunizieren wir auch da noch miteinander.

Ich gehe davon aus, dass es bei euch ähnlich ist.

Deshalb: Achtet im Alltag auf dieses auffällige Verhalten („Gänsemarsch“ ohne Kommunikation untereinander). So könnt ihr im Notfall vielleicht noch rechtzeitig richtig reagieren und den Platz (zum Beispiel den Zielbereich eines Marathon-Laufs) verlassen.

Typische Verhaltensweisen von Terroristen

Bei jeder Flugreise wird uns durch die intensiven Sicherheitskontrollen in Erinnerung gerufen, dass es in der Vergangenheit zu Terroranschlägen kam und es auch in Zukunft dazu kommen könnte. Immer wieder hören wir in den Medien von Terrorismus und auch Banküberfälle stehen auf der Tagesordnung.

Deshalb finde ich es wichtig, dass wir gewisse Verhaltensweisen von Kriminellen kennen und darauf reagieren können. Nur wenn wir deren Verhalten kennen, können wir uns im Ernstfall auch schützen.

Wir haben das Glück, in einem Land zu leben, welches durch Sicherheitskräfte auf verschiedenen Stufen geschützt ist. Die Polizei ist flächendeckend vor Ort und auch im Hintergrund arbeiten diverse Stellen wie zum Beispiel der Nachrichtendienst an der Sicherheit der Bürger. Doch diese Behörden können nicht jeden einzelnen Schritt jedes Menschen in diesem Land überwachen. Deshalb sind sie auf uns alle angewiesen. Wir sind deren Augen und Ohren da draußen. Je mehr Bürger ihre Augen und Ohren offen halten und verdächtige Aktivitäten den Behörden melden, desto sicherer wird unser Land.

Deshalb ist es so wichtig, dass möglichst viele von uns wissen, worauf sie achten müssen. Denn keine Überwachungstechnik kann besser sein als viele menschliche Detektoren.

Wichtig: Wenn ihr glaubt, etwas Verdächtiges beobachtet zu haben, dann handelt bitte nie in Eigenregie, sondern informiert die Behörden, die Bundespolizei oder das Bahnpersonal in Bahnhöfen, das Sicherheits- oder Bodenpersonal in Flughäfen. Und in einer Bank ist es vielleicht das beste, sie zu verlassen, wenn ihr plötzlich das Gefühl habt, etwas stimme nicht. Nochmals: Greift nie selber ein, denn erstens ist dies brandgefährlich und zweitens könnte es natürlich gut sein, dass ihr euch täuscht. Es mag zwar Anzeichen für kriminelles Verhalten geben, aber nie eine Garantie.

Die zwei wichtigsten Punkte

Es sind die zwei folgenden Punkte, welche ich euch heute mit auf den Weg geben möchte.

1. Vertraue deinem Bauchgefühl. Wenn du bei einer bestimmten Person ein ungutes Gefühl hast, steckt immer ein Grund dahinter. (Auch wenn dieser Grund meistens harmloser Natur ist, zum Beispiel dann, wenn euch diese Person an einen unsympathischen Menschen erinnert.) Höre auf deine innere Stimme!

2. Gruppen in Gänsemarsch sind verdächtig, wenn es keinen Grund dafür gibt, in Gänsemarsch zu laufen. Denn dies ist kein typisches Verhalten für Menschen, wie ich oben schon geschrieben habe.

Informiert lieber einmal zu viel als zu wenig die Behörden, wenn ihr etwas Verdächtiges beobachtet. Es gehört zu den Aufgaben der Behörden, mögliche Bedrohungen zu überprüfen, auch wenn sich die meisten Meldungen als Fehlalarme erweisen.

Buchtipp

Die Erkenntnis, dass Terroristen und andere Kriminelle vor ihrer Tat häufig daran zu erkennen sind, dass sie in Gänsemarsch hintereinander her laufen ohne miteinander zu kommunizieren habe ich von Kriminologen übernommen.

Die meisten Leute, welche im Bereich der nationalen Sicherheit arbeiten, bleiben im Verborgenen. Doch einer von ihnen trat nach seiner Tätigkeit beim deutschen Geheimdienst an die Öffentlichkeit, wenn auch unter einem Pseudonym: Leo Martin

Seine beiden Bücher Ich krieg dich! und Ich durchschau dich! habe ich beide direkt nach dem Erscheinen regelrecht verschlungen. Ich kann euch nur empfehlen, die ersten paar Seiten dieser beiden hervorragenden Bücher kostenlos auf Amazon zu lesen und danach – vorausgesetzt das Gelesene gefällt euch – das jeweilige Buch (auch in der Kindle-Version erhältlich) zu kaufen. Wenn ihr auf den Link klickt gelangt ihr zur Amazon-Seite, wo ihr die Möglichkeit habt, kostenlos ein paar Seiten zu lesen.

Ihr erhaltet durch den Kauf der Bücher zahlreiche Tipps, die ihr auch im Alltag anwenden könnt. Außerdem unterstützt ihr durch den Kauf den Autor Leo Martin genau so wie mich und den interaktionsblog.de.

Und selbstverständlich würde es mich sehr freuen, wenn ihr diesen Artikel mit euren Freunden auf Facebook und Twitter teilt. Wie ich oben schon schrieb: Je mehr Bürger wissen, worauf sie achten müssen, desto mehr „Augen und Ohren“ haben unsere Behörden und desto sicherer wird das Land für uns alle.

Kommentare

  1. Peter Schulze sagt:

    Ich finde es zutiefst geschmacklos, nach dem grässlichen Terroranschlag von Boston die Aufmerksamkeit auszunutzen, um als Besserwisser aufzutreten und einen solch naiven Blödsinn zu schreiben.

    Die beim Anschlag in Boston Getöteten und Verletzten hätten sich also noch retten können, wenn sie so neunmalklug wie der Autor gewesen wären und gewusst hätten, dass Terroristen immer im Gänsemarsch hintereinander her gehen. So ein Unsinn.

    Der Autor sollte mal tief Luft holen und sich überlegen, ob er hier nicht etwas zu weit gegangen ist und die Gefühle anderer womöglich verletzt hat. Die Grenze zur Überheblichkeit wurde jedenfalls überschritten.

    • Andreas Hobi sagt:

      Tausende Medien weltweit schrieben über Boston. Die meisten davon befriedigenden einfach die Schaulust ihrer Leser. Ein Beispiel dafür findet man drüben bei dailymail.co.uk ( http://www.dailymail.co.uk/news/article-2311471/Boston-Marathon-bomb-killer-pictured-walking-calmly-away-scene-horror.html ) mit über 21 Bildern, die den Betroffenen nun wirklich nicht weiterhelfen; Bilder, die verletzte Menschen, Blut und andere unschöne Dinge zeigen.

      Ich gehöre zu den wenigen Medien, die nicht nur einfach die Schaulust befriedigen, sondern auch konkrete Hilfe mit Blick in die Zukunft anbieten. Ich habe nicht die scheusslichen Bilder veröffentlicht, sondern sachlich über ein Thema geschrieben. Boston ist geschehen und lässt sich nicht rückgängig machen. Ich möchte aber nicht, dass sich so etwas wiederholt.

      Andere Medien hingegen leben davon, dass so etwas möglichst oft geschieht. Ich möchte denen nicht unterstellen, dass sie WOLLEN, dass sich ähnliche Dinge wiederholen, aber es ist unbestritten, dass sie mehr Umsatz machen, wenn solche Dinge geschehen.

      Deshalb: Sorry, aber diese Kritik kann ich nicht auf mir sitzen lassen. Ich bin mir durchaus bewusst, dass sich die Anschläge von Boston nicht hätten verhindern lassen, selbst wenn die Leute mehr Ahnung von Körpersprache hätten. Und auch zukünftige Anschläge, ob in den Staaten, in Deutschland oder woanders, lassen sich damit nicht verhindern.

      Aber wenn bei einem möglichen zukünftigen Anschlag in Deutschland (oder woanders) auch nur einem einzigen Menschen dadurch geholfen wird, wenn auch nur ein einziger Mensch einen solchen Artikel liest und sich dadurch noch rechtzeitig in Sicherheit bringen könnte, dann hat sich alles schon gelohnt.

      • Ich gebe dem Autor durchaus recht, das Verhalten der Terroristen ist sehr wohl auf unseren Alltag zu übertragen, frag mal einen Kaufhausdetektiv oder einen Streifenpolizisten und auch die
        Polizisten an Überwachungskameras in Städten wie z.B. London, die achten genau auf solche Verhaltensweisen.

        • Andreas Hobi sagt:

          Ein eigener Artikel rund um Kaufhausdetektive ist in Planung. Ich habe bereits ein paar interessante Punkte zu einem solchen Artikel zusammengetragen.

  2. Das Verhalten der Terroristen ist wohl ähnlich wie bei den Ladendiebstählen, wenn sie in Banden auftretten kommen sie immer „GETRENNT“.Ein erfahrener Detektiv sieht das sofort an der GESTE u. VERHALTEN derjenigen Person. Bin gespannt auf den Artikel Ladendetektive? LG Anni Pensionierte Ladendetektivin.

    • Andreas Hobi sagt:

      Vielen lieben Dank für den Artikel, den du mir per Mail schicktest. Habe ihn mit großem Interesse gelesen!

  3. Sehr seltsam, in der Tat, dieser Artikel.

    Wie soll ich denn wissen, dass diese zwei Personen, die hier im Gänsemarsch gehen, zusammengehören?

    Wenn sie nämlich nicht zusammengehören, gehen sie gar nicht im Gänsemarsch…

    • Andreas Hobi sagt:

      Es braucht mit Sicherheit ein wenig Übung oder Menschenkenntnis, um zu erkennen, welche Personen zusammengehören. Je nach Situation ist es leichter oder schwieriger.

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