So erkennst du einen Lügner im Chat und auf Singlebörsen

Lügner in Chats und auf Partnerbörsen

Im Internet wird sehr oft und sehr viel gelogen: Sei es auf Singlebörsen, in Chatforen, auf Facebook, Twitter, Google+ und natürlich auch in Blogs.

Wir wissen, dass wir nicht alles glauben dürfen, was wir im Internet lesen. Aber wissen wir auch, wie wir Wahrheit von Lüge unterscheiden können? In diesem Artikel werde ich euch zeigen, wie das geht!

Bild: (CC BY) Don Hankins

Sämtliche Erkenntnisse, von denen ihr in diesem Artikel lesen werdet, basieren auf wissenschaftlichen Studien und wurden mehrfach überprüft.

Im Internet gibt es keine Körpersprache

Im „richtigen“ Leben ist es ganz einfach: Dort können wir uns auf die Körpersprache verlassen, wenn wir wissen wollen, ob uns jemand anlügt. Diverse Artikel hier auf dem interaktionsblog.de zeigen, wie das geht.

Doch im Internet funktioniert dies nicht mehr, dort sehen wir die Körpersprache des Gegenübers leider nicht. Auf was müssen wir nun also achten?

Wie Bärchen91 lügt

„Du solltest eine gute Figur haben und wissen, wer du bist. Du unternimmst gerne etwas in deiner Freizeit, gehst gerne aus und du genießt das Leben.“

So könnte ein Ausschnitt eines Profils auf einer Partnerbörse lauten.

Singles, die auf Partnerbörsen oft das Pronomen „du“ benutzen, sind öfters mal unehrlich. Dies haben Studien von Catalina Toma ergeben.

Lügner benutzen in ihren Profilen viel seltener das Wort „ich“ als ehrliche Personen. Es ist, als wollten sie sich unbewusst von ihren Aussagen distanzieren. Außerdem sind Profile, in denen gelogen wird, im Normalfall kürzer und weniger detailliert als die Profile von ehrlichen Menschen; denn je mehr man schreibt, desto eher läuft man Gefahr, sich in Widersprüche zu verstricken.

Catalina Toma von der University of Wisconsin-Madison und Jeffrey Hancock von der Cornell University verglichen die tatsächliche Größe, das Gewicht und das Alter von 78 Partnersuchenden mit ihren Profilinformationen. Dabei fanden sie Erstaunliches heraus:

Lügner arbeiten oft mit Verneinungen. Anstatt „gute Figur“ schreiben sie zum Beispiel „keine schlechte Figur“, anstatt „abenteuerlustig“ schreiben sie „nicht langweilig“. Vorsicht also, wenn Bärchen91 schreibt, er sei nicht langweilig! Es könnte sich um einen Stubenhocker handeln.

Die Forscher fanden außerdem heraus, dass Lügner im Internet versuchen, unangenehme Themen zu umgehen. Wer sich zum Beispiel auf seinem Profil ein paar Kilos leichter macht, als er tatsächlich ist, wird Themen rund um das Essen und die Ernährung meiden. Auf die Frage, was deren Lieblingsessen ist, werden diese Leute nur sehr kurz und knapp antworten und dann möglichst rasch das Thema wechseln.

Was macht es uns so schwierig, Lügner zu erkennen?

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass wir Menschen dem sogenannten „Truth Bias“ unterliegen: Wir nehmen normalerweise an, dass unsere Mitmenschen ehrlich zu uns sind. Solange nicht das Gegenteil ganz klar bewiesen ist, glauben wir, was wir hören (oder lesen).

Diesen Truth Bias können wir überwinden, wenn wir uns beim Lesen von Online-Profilen an diese vier Schritte halten:

1. LÄNGER IST BESSER
Ein Internetprofil voller detaillierter Angaben entspricht mit hoher Wahrscheinlichkeit eher der Wahrheit als ein Profil, das mit sehr kurzen Antworten auffällt. Lügner wollen sich nicht in Widersprüche verstricken und fassen sich deshalb kurz. Je länger also das Profil, desto eher stimmt der Inhalt.

2. ACHTE AUF EINHEITLICHKEIT
Wenn sich jemand auf einem Online-Profil beschreibt, sollte diese Beschreibung mit den Antworten zu anderen Fragen übereinstimmen. Widersprüche zwischen dem, was die Person im Profil schreibt und was sie uns im Chat erzählt, sollten unsere Alarmglocken läuten lassen. Interessant ist es auch, über Google oder andere Suchmaschinen mehr über die Person herauszufinden und so zu überprüfen, ob die Angaben im Profil stimmen.

3. ACHTE AUF VERNEINUNGEN
Wenn du dich in deinem Profil als Lady Gaga-Fan outest und dein Gegenüber schreibt, er finde Lady Gaga „nicht schlecht“, dann solltest du vorsichtig sein. Fände er deren Musik nämlich toll, würde er das auch entsprechend zum Ausdruck bringen, zum Beispiel, indem er sagt: „Ich finde Lady Gaga auch super!“ Vorsicht auch, wenn jemand schreibt, er habe „keine schlechte Figur“! Hier sollten wir zur Sicherheit mal ein Foto verlangen. (Außer wir gehören zu den wenigen Leuten, die absolut gar keinen Wert auf Äußerlichkeiten legen.)

4. ACHTE AUF DAS „ICH“
Ehrliche Menschen benutzen häufiger das Wörtchen „Ich“ als unehrliche Personen. Wer im Online-Chat schreibt: „Ich bin überzeugt, dass…“, der meint es auch wirklich so. Wer hingegen schreibt: „Man sagt sich ja, dass…“, der ist vom Thema nicht so überzeugt oder vertritt sogar eine komplett andere Meinung.

Und zu guter Letzt…

Einer der wichtigsten Punkte folgt hier: Achtet immer auch auf euer Bauchgefühl!

Die Kombination der oben genannten Punkte mit dem Bauchgefühl, der Intuition, ermöglicht es uns sehr oft, Lügner sehr rasch zu erkennen.

Wenn ihr die anderen Artikel hier auf dem interaktionsblog.de gelesen habt, wisst ihr sowieso bereits sehr gut Bescheid darüber, wie ihr in eurem Alltag unehrliche Menschen erkennen könnt und ihr habt inzwischen ein Gefühl dafür entwickelt, diese Menschen zu durchschauen.

Teile diesen Artikel jetzt gleich auf deinen Profilen bei Facebook, Twitter und anderen Diensten und zeige deinen Freunden, dass man dich im Internet nicht mehr so leicht belügen kann! So kommen sie schon gar nicht auf die Idee, es überhaupt zu versuchen. ;-)

Wie man jede Lüge erkennt von Pamela Meyer

Kommentare

  1. Sehr guter Artikel zu einem doch recht brisanten Thema. Viele sind allerdings auch recht naiv, sobald sie im Internet mit anderen zusammen kommen. Man sieht immer wieder wie schnell private Kontaktdaten in Chats ausgetauscht werden, ohne wirklich lange miteinander kommuniziert zu haben.

    • Andreas Hobi sagt:

      Da hast du vollkommen recht, Daniel. Da können die Betreiber von Chatplattformen und Sozialen Netzwerken ihre Dienste mit noch so nützlichen Privatsphären-Funktionen ausstatten; wenn die Benutzer dann so fahrlässig mit ihren Daten umgehen, hilft alles nichts.

      Und dann gibt es ja immer wieder Leute, die sich über öffentlich einsehbare Kommentare für irgendwelche Wettbewerbe anmelden, so wie zum Beispiel hier: http://www.persoenlich.com//news/marketing/rivella-durstl-schmobil-ist-auf-tour-306692 (Ich sah auch schon Beispiele, wo jemand seine ganze Adresse und Telefonnummer veröffentlichte…)

  2. Klar, muss man, egal ob beim Surfen im Internet oder beim online Dating, immer vorsichtig im Umgang mit persönlichen Daten sein. Aber wenn man wirklich achtsam vorgeht, muss man nichts Schlimmes befürchten.
    Wenn ihr bei der online Partnersuche nicht auf Lügner hereinfallen wollt, so kann ich nur die online Singlebörse von Verlieb-dich (http://www.verlieb-dich.ch) empfehlen. Dort können sich Singles ihre persönlichen Daten nämlich verifizieren lassen, sodass man sich bei der Partnersuche im Internet auch wirklich sicher sein kann.

  3. Ich denke, das Online-Dating ist für viele wie eine riesige Pralinenschachtel, immer wieder könnte hinter einem Profil eine vermeintlich interessantere Person stecken. Viel emotionales Leid richten gebundene Leute in Singlebörsen an. Viele schaffen es lange, die Fassade aufrecht zu erhalten und dem anderen (ernsthaft Suchenden) was vorzugaukeln. Es ist wichtig, auf sein Bauchgefühl zu hören. Auch die einschlägigen Signale (erreichbar nur zu bestimmten Zeiten, Handy mit ins Bad nehmen, seltene Treffen usw.) sollte man wahrnehmen. Ich bin auf einen richtigen Online-Casanova gestoßen, vor Jahren und ich recherchierte zu dem Thema. Es war erschrecken, wie viele Frauen (ich habe erst mal nur bei meinen Geschlechtsgenossinnen geforscht…) Lügnern, Online-Casanovas, Verheirateten und Parallel-Datern aufgesessen sind. Ich habe darauf hin mein Portal wen datet er noch – eine Art Treutestportal oder auch Lügentestportal ins Leben gerufen. Seit vielen Jahren wird unser Service rege genutzt, in einigen Wochen bieten wir ihn auch für Männer an. Denn es gehen ja beide Geschlechter fremd….!

  4. Hallo, ich bin auch auf einen Lügner im Portal In-Ist-drin hereingefallen. Er hat es monatelang geschickt verstanden, mich hinters Licht zu führen.

  5. Ich verstehe nicht wie man sich monatelang von einer Person welche man nur über das Internet kennt belügen und vera*schen lassen kann – und dann noch krasse Gefühle dabei entwickelt. Irgendwo muss doch jeder intelligent genug sein solche Lügner gleich zu durchschauen? Wenn ich mich z.B. mit einem Typen unterhalte und ich fange an ihn zu mögen, dann MUSS er sich mit mir live treffen so schnell wie möglich. Einfach nur um mich vor so etwas zu schützen. Wenn die Person dann immer wieder mit Ausreden kommt warum das nicht geht usw., dann breche ich den Kontakt ganz einfach ab – das ist zumindest meine persönliche Schutz-Taktik. In dieser virtuellen Welt sind alle möglichen Spinner unterwegs deswegen sollte man wirklich vorsichtig sein mit wem man über was spricht.

  6. MimiH1981 sagt:

    Sehr interessante und super Tipps. Sehr interessant fand ich den Tipp mit der Ich oder Du Form. Ich finde das Thema Singlebörsen sehr ansprechend und habe mich mit diesem Thema auch auseinandergesetzt. Es gibt so wahnsinnig viele Singlebörsen etc. da kommt man schon ins Schleudern. Ich selber bin schon seit 11 Jahren mit meinem jetzigen Mann zusammen. Wir haben uns auf der Seite http://www.knuddels.de kennen gelernt. Mit diesen Tipps hier kann man auf jeden Fall sich mit guten Gewissen und einer guten Portion Selbstbewusstsein auf einer Singlebörse etc. registrieren. Danke für den tollen Blog.

  7. Deswegen bin ich auch der Meinung, triff Dein Online Date so schnell wie möglich im realen Leben. Warum viel Zeit verlieren. Wer gelogen hat, wir Ausreden suchen sich zu treffen

    • sabine sagt:

      ich möcht hier aber auch etwas anmerken. Denke nicht so da dass dann uzu schnell Richtung one nite stand geht. eher langsam ist meine Meinung

Trackbacks

  1. Das schlimmste erste Date aller Zeiten | TOPY.net ist Deine Verführungsseite sagt:

    […] dass es sich bei dem potentiellen Liebespaar um Mutter und Sohn handelte. Auch die Mutter schien in ihrem Online Profil nicht ganz ehrlich gewesen zu sein. Die Situation war mehr als unangenehm. Wochenlang hatten Mutter und Sohn sich […]

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