Meetings: So erkennst du, ob deine Idee ankommt

Meeting

Du stellst ein neues Produkt oder eine Idee vor, und plötzlich hast du so ein komisches Bauchgefühl. Deine Zuhörer scheinen das Interesse verloren zu haben. Kennst du das? Dann könnte dir dieser Artikel weiterhelfen!

Bild: Stephen Train

Der letzte Artikel handelte davon, wie du Lügner am Arbeitsplatz erkennst. Heute möchte ich dir nun zeigen, wie du merkst, dass deine Zuhörer in einem Meeting das Interesse verlieren.

Das Meeting

Ihr habt ein Meeting und du bist nun an der Reihe, deine Idee vorzustellen. Alles läuft super, deine Arbeitskollegen hören dir zu und sie interessieren sich offenbar für deine Idee.

Doch zwei, drei Minuten später ist plötzlich alles anders. Du hast das Gefühl, die Anderen hätten das Interesse an deiner Präsentation verloren.

Täuscht dich dein Bauchgefühl oder haben sie das Interesse wirklich verloren? Nach dem Lesen dieses Artikels solltest du es wissen.

Interesse und Desinteresse

Im Geschäftsleben ist es besonders wichtig, dass wir bei unserem Gegenüber erkennen, ob er an unserer Idee interessiert ist oder nicht. Es spielt keine Rolle, ob es sich beim Gegenüber um einen Kunden, einen Mitarbeiter oder den Vorgesetzten handelt. Wenn du nicht erkennst, ob er interessiert ist, bist du im Nachteil.

Wenn du erkennst, dass dein Gegenüber gelangweilt, verärgert oder abweisend ist, musst du sofort handeln.

Heute habe ich für dich eine Liste zusammengestellt, mit deren Hilfe du Signale von Desinteresse erkennen kannst. Wir gehen dabei den Körper von oben nach unten durch:

Die Augen

Deine Zuhörer werden den Augenkontakt verringern, wenn sie das Interesse verlieren. Denn: Wir schauen häufig von Dingen oder Personen weg, die uns langweilen, stressen oder die wir einfach nicht mögen.

Eine andere Möglichkeit ist, dass der Blick der Zuhörer einfach durch dich hindurch ins Leere geht. Daran erkennst du, dass der Andere im Moment wohl mit seinen Gedanken ganz woanders ist.

Oft sind die Augen dabei auch weniger weit geöffnet.

Die Lippen

Zusammengepresste oder geschürzte Lippen zeigen, dass jemand von deiner Idee nicht begeistert ist. Wenn das Gegenüber dann auch noch den Kopf leicht wegdreht uns dich nur noch aus den Augenwinkeln heraus anschaut, ist die Sache fast klar.

Die Schultern

Erinnerst du dich noch an meinen Artikel mit dem „Laserschwert aus dem Bauchnabel“? (Punkt 4 im Artikel über die Körpersprache von Angela Merkel und Peer Steinbrück.) Dann weißt du, was jetzt kommt.

Wenn jemand den Oberkörper und die Schultern von dir weg dreht, hat er das Interesse an dir verloren. Um es dir einfach zu machen: Du musst eigentlich nur darauf achten, in welche Richtung der Bauchnabel des Gegenübers zeigt. Wenn er nicht zu dir zeigt, scheint die Person nicht wirklich interessiert zu sein.

Bei tatsächlichem Interesse zeigt der Bauchnabel eigentlich immer in deine Richtung.

Außerdem fühlt sich eine Person unsicher, die ihren Oberkörper (oder einen Teil davon) mit einer Handtasche, Aktenmappe oder mit einem Laptop verdeckt (= schützt). Das kann man zum Beispiel dann beobachten, wenn ein Mitarbeiter ins Büro des Chefs gebeten wird, ohne zu wissen, worum es geht.

Die Füße

Haben deine Zuhörer die Knöchel gekreuzt und die Beine in deine Richtung gestreckt, ist alles in bester Ordnung. Die Zuhörer sind in einem solchen Fall deiner Idee gegenüber positiv eingestellt.

Werden die Füße dann von dir weggezogen oder zeigen sogar in Richtung Ausgang, ist das gar kein gutes Zeichen mehr. Diese Zuhörer haben wohl das Interesse verloren.

Und wie reagieren wir nun auf diese Zeichen?

Wenn du nun eines oder mehrere der oben erwähnten Zeichen erkennst, hast du noch nicht ganz verloren. Du kannst das Blatt noch wenden!

Zuerst musst du herausfinden, woran es liegt, dass die Zuhörer das Interesse verloren haben. Das kann verschiedene Gründe haben. Und danach musst du entsprechend darauf reagieren.

1. KONTEXT
Hast du selber die Körpersprache geändert und zeigst zum Beispiel eine geschlossene oder desinteressierte Körpersprache, die nun von deinen Zuhörern gespiegelt wird?

Hast du ein heikles Thema angesprochen („Hot Spot“) oder eine unangenehme Frage gestellt? Hast du in irgendeiner Weise einen wunden Punkt getroffen?

Hat eine weitere Person den Raum betreten oder sich in die Diskussion eingemischt?

2. KÖRPERSPRACHE WECHSELN
Versuche nun, mehr Engagement zu zeigen, eine offenere Körpersprache an den Tag zu legen, lebendiger zu gestikulieren und so zu erreichen, dass deine Zuhörer diese Körpersprache spiegeln.

3. MEHR BEWEGUNG
Wenn du bemerkst, dass die Zuhörer ihre Arme verschränkt haben, gibst du ihnen etwas, das sie halten können (oder müssen): Eine Produktbroschüre, einen Report, eine Tasse Kaffee, was auch immer.

So sorgst du dafür, dass sich deren geschlossene Körpersprache zumindest für einen Moment öffnet.

4. PLAN B
Falls die Idee, die du momentan präsentierst, absolut nicht ankommt, hast du vielleicht noch einen Plan B. Jetzt ist die Zeit dafür, diesen Plan B hervorzuholen.

Dies kann eine alternative Idee sein, eine „Light-Variante“ der Idee, ein Kompromiss-Vorschlag, der allen gefällt oder auch etwas komplett anderes.

5. PROBLEM ANSPRECHEN
Wenn alles nichts mehr hilft, gibt es nur eines: Sprich das Problem direkt an: „Es schaut so aus, als ob es ein schlechter Zeitpunkt wäre, um miteinander über dieses Thema zu sprechen. Wollen wir das Meeting verschieben?“

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